Ausgeglitscht bei der Partnersuche?

Straucheln und Ausglitschen

Ausgeglitscht, gestrauchelt, erfolglos geblieben? Das Thema interessiert die meisten Partnersuchenden brennend, und genau deshalb wir es hier behandelt. Dabei stellen sich viele Menschen die Frage, die nicht beantwortet werden kann:

Warum habe ich Misserfolge?

Falsche Frage

Die eigentliche Frage lautet aber anders, und zwar sehr einfach:

Wie lebst du, wie attraktiv bist du für andere, wen suchst du, und was erwartest du von der Zweisamkeit?

Richtige Frage

Wie lebst du denn?

Wenn du in dieser Welt lebst und nicht in Luftschlössern, und die sehr bewusst bist, dass du diese Welt mitgestalten kannst und willst, auch wenn dein Beitrag klein ist: Dann ist das Meiste schon gewonnen. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Wir alle leben in einem Gemenge von Realitäten, Wünschen und Illusionen. Ja, alle. Aber die meisten von uns können die Realität von den Wunschvorstellungen trennen. Jedenfalls so weit, dass kein Realitätsverlust auftritt.

Und wie attraktiv bis du für andere?

Die Frage ist heikel. Attraktiv zu sein „im allgemeinen Sinne“ reicht wirklich nicht.  Die Frage ist, was an dir attraktiv für andere ist, und ob du willst, dass sie es als attraktiv wahrnehmen. Körperliche Attraktivität ist zum Beispiel eine Honigfalle, kann aber auch ein Hindernis bei der Partnersuche sein. Wenn es dein Kontostand ist, dein akademischer Grad oder deine Position in der Gesellschaftsordnung – freu dich nicht zu früh. Das alles sind Honigtöpfchen, auf die viele Bienen draufbrummen. Attraktivität kannst du auch durch Weltläufigkeit oder Humor ausstrahlen, durch Charme und sicher nicht zuletzt durch erotische Fähigkeiten.

Wen suchst du?

Einen Partner oder eine Partnerin fürs Kuscheln oder für eine erregende, lustvolle Nacht zu finden, kann heute einfacher sein, als eine dauerhafte Beziehung zu finden. Die Antwort auf die Frage, wen du suchst, scheint einfach zu sein – ist sie aber nicht. Denn die meisten Menschen greifen entweder zu hoch oder gleich nach den Sternen, und eine starke Minderheit greift immer wieder nach den „falschen“ Personen.

Für was brauchst du eigentlich jemanden?

Die Frage „für was?“ ist ebenfalls nicht so leicht zu beantworten, und vor allem ist sie nicht „völlig klar“.Für den einen kann sie sein: „Um ich durch die Welt zu begleiten, egal, wohin man mich entsendet.“ Für den anderen kann sie sein: „um ein schönes, ruhiges Leben in Lust und Liebe zu führen.“ Und es gibt vieles dazwischen und noch ein paar andere Antworten, die nicht so blumig klingen, zum Beispiel „um an Wochenende eine ruhige Oase vorzufinden und dabei schönen Sex zu genießen.“

Ich zeige euch nun ein paar Situationen, in denen sich schon viele Menschen eine „blutige Nase“ geholt haben. Sie alle sind so häufig wie Gänseblümchen.

Serientäter(innen)

Ein nicht unerheblicher der Partnersuchenden geht „Beziehungen in Serie“ ein, von denen letztlich keine wirklich dauerhaft ist. Die Frage ist nicht, ob du es tust oder nicht – die Frage ist, wie glücklich oder krank dich dieses Verhalten macht. Im Grunde ist es leicht, daran zu arbeiten: Beobachte dich, auf wen du abfährst und warum. Probleme dieser Art erfordern laut Paul Watzlawick Lösungen „zweiter Ordnung“, heißt: Du tust immer dasselbe auf neue Art – du solltest aber etwas anderes versuchen.  Hier muss ich noch mal auf diejenigen eingehen, die immer wieder „den Falschen“ („die Falsche“) finden: Der Wunschpartner hat dann zumeist eine Eigenschaft, auf die du unheimlich „abfährst“, aber viele andere, die dich auf Dauer nerven. Wenn dir das oft passiert, solltest du vertrauensvolle Gespräche mit Freunden, Beratern oder Therapeuten suchen.

Anspruchsträger(innen)

Ein ehemals kleiner, aber wachsender Prozentsatz von Partnersuchenden trägt „Ansprüche“ an andere heran, die schwer oder gar nicht erfüllbar sind. Das Problem bei diesem Personenkreis: Kaum jemand, der so handelt, ist sich bewusst, dass es sich dabei um einen Fehler im eigenen Denksystem handelt. Wenn du glaubst, Recht mit deinen Ansprüchen zu haben und dennoch ständig daran scheiterst, ist das jedenfalls nicht gesund. Solange du am Anspruch festhältst, wirst du weder mit Fremd- noch mit Selbsthilfe erfolge erzielen. Das Problem dabei: die meisten Menschen, die Ansprüche vor sich hertragen, empfinden sich selbst absolut im Recht, leiden aber dennoch darunter.

Selbsthilfe, Abhilfe, Hilfe

Selbsthilfe ist eine Methode, das eigene Handeln, Denken und Fühlen zu überprüfen. Fremdhilfe besteht darin, das eigene Denken, Fühlen und Handeln mithilfe eines anderen Menschen zu überprüfen. Dazu ist die Bereitschaft nötig, das, was du selber bisher als „richtig“ empfunden hast, infrage zu stellen – du willst ja etwas verändern. Eine altbewährte, sehr sinnvolle Methode der Selbsthilfe besteht darin, selbstkritisch Tagebuch zu führen – und dieses Tagebuch selbst wieder nachzulesen. Übrigens sind auch Orts-, Sprach- und Kulturwechsel Selbsthilfemethoden.

Beweisbare Methoden, Psychologie und Ökonomie

Es gibt einige bekannte Methoden, um „verfahrene“ Gedanken „einzurenken“. Ein Teil davon wird unter dem Namen „Psychotherapie“ geführt und dient überwiegend dazu, dass dir selber klar wird, was du ändern könntest. Heute wird vielfach die Verhaltenstherapie oder die nicht direktive Beratung angewendet, die relativ kurzfristig zu Lösungen führen können. Bei den Nicht-Psychologischen Methoden gibt es die Problemanalyse, die fragt, was ist und was sein soll. Die Ökonomie gibt Antworten für alle, die an “Geben und Nehmen” in Partnerschaften interessiert sind.

Pragmatische Methoden

Mit solchen Methoden kannst du selbst oder mithilfe eines Freundes Weg aus der Misere herausarbeiten. Dabei geht es darum, die Wege, die du bisher beschritten hast, festzustellen und alternative Wege zu finden. Also: Tu nicht dies oder jenes, das die bekannt ist, sondern versuche etwas ganz anderes. Bekannt und etwas umstritten, aber offenbar sehr wirksam ist auch die „Paradoxe Intervention“: Versuche in jedem Fall, das Falsche zu tun. Motto: „Mach es falsch, und du machst es richtig“

Bücher, Seminare und Orakel

Bücher, Seminare und Orakel haben meist den gleichen Pferdefuß: Du bekommst irgendwelche Lösungen vorgesetzt – aber es sind nicht diejenigen, die zu deinem Problem passen. Es mag sein, dass du Anregungen daraus entnehmen kannst – aber allein der Gedanke: „Ach, das was hier besprochen/beschrieben wird, trifft genau auf mich zu“ ist meist Unsinn.

Gute Wünsche für dich

Ich hoffe, du glitschst niemals aus, strauchelst nicht, und begehst nur wenige „Fehler“. Doch wenn es einmal passieren sollet, dann denke daran: Niemand hat nur Erfolge. Das Scheitern gehört zum Lebensweg wie der Erfolg auch.

Wie es hier weitergeht

Dies ist der letzte Artikel zu den Grundlagen der Partnersuche, aber es gibt noch mehr zu sagen. Was jetzt noch kommt kommt, ist differenzierter, teils härter, teils sinnlicher, vor allem aber spezieller. Und du wirst es hier lesen können, wenn du magst.

Bild: Kein quelle unbekannt

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