Die Lust auf Beziehungen und wie du sie findest

So war das 19. Jahrhundert – und heute?

Bisher habe ich mich auf diesem Blog fast ausschließlich um die Liebe gekümmert – hauptsächlich mit dem Thema: „Wie lässt sich die Liebe definieren und wie definierst Du Deine Liebe?“

Beziehungen – suchen, finden und behalten im 21. Jahrhundert

Schon Ende des letzten Jahrhunderts, also gegen 1990, deutete sich an, dass die Partnersuche nie mehr das sein wird, was sie einmal war. Die Frauen waren längst in Schaaren aufgebrochen, und was sie verkündeten, wurde nach und nach Realität. Eine gute Bildung, gefolgt von einer guten Position und einem guten Einkommen, schufen Freiheit und Selbstbewusstsein. Hinzu kam etwas, das man zuvor kaum wahrgenommen hatte: Die Partnersuche erfordert Märkte, und die meisten Märkte verloren gerade an Bedeutung. Die Zeitungsanzeige, einst ein Nischenmarkt und als „Resterampe“ verleumdet, wurde in ihrer Variante „Singlebörse“ zu einem Popularitäts- und Umsatzrenner. Hinzu kamen virtuelle Netzwerke und 20 Jahre später das Smartphone mit seinen „Apps“.

Die vorschnellen Kritiker und der Markt

Seither haben wir einen verwirrenden, schillernden und oft nicht ganz „koscheren“ Markt. Er war noch kaum installiert, als ihn schon der Kapitalismusvorwurf traf, der höchst eigenartig begründet wurde: Wenn sich jemand auf einen Markt begäbe, so sei er automatisch ein Faktor des kapitalistischen Systems, oder einfacher: Der Mensch verkomme zur Ware.

Sehr genau können die Kritiker dabei nicht hingeschaut haben. Denn eine „Ware“ zu sein, bedeutet nicht, sich jemanden anzubieten, sondern von jemandem angeboten zu werden. Und überhaupt: Ein Markt ist bekanntlich der Ort, an dem die Nachfrage auf das Angebot trifft. Was im Umkehrschluss heißt: keine Partnersuche ohne Markt.

Wissenschaft – geh gar nicht erst hin

Überhaupt hinkt die Wissenschaft, sei es die Soziologie oder die Psychologie, barfüßig und planlos hinter der Realität der Partnersuche und Partnerwahl hinterher. Lediglich die unverbesserlichen Pragmatiker und einige Ökonomen haben Thesen aufgestellt, die wenigstens schlüssig klingen, wenngleich sie nicht beweisbar sind. Um einige einfache Thesen zu nennen: Paare finden einander (auch „online“) weil sie „in der Nähe wohnen“, sich in dem Milieu des anderen auskennen oder einfach, weil sie sich spontan verlieben.

Wir müssen reden – über Beziehungen

Wer sich mit mir auf die Spuren der Beziehungen begeben will, der sollte dies tun. Und damit wären wir eigentlich schon mitten im Thema, denn bevor wir von „Beziehungen“ reden, sollten wir doch mal gucken, was Beziehungen eigentlich sind. Ein ONS eher nicht, eine langjährige Ehe wahrscheinlich schon? Und was ist mit all dem dazwischen?

Ich versuche, Antworten zu finden – aus ganz neuen Überlegungen, aus 20 Jahren Praxis mit dem Medium „Internet“ und 50 Jahren Rückblick auf die Möglichkeiten, die es zuvor gab.

Folgt mir – widersprecht mir oder stimmt mir zu. Es ist jedenfalls kein Schaden, „Sehpferd“ zu lesen.

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